Personal Realbook

 

Am 23. Dezember 2008 hatte ich die Idee, ein neues Kompositionsprojekt zu starten.

Ich wollte ein Jahr lang jeden Tag ein neues Stück komponieren. 

Zum ersten Mal hörte ich von dieser Idee, als mich mein Lehrer Peter Madsen auf den genialen brasilianischen Multi-Instrumentalisten und Komponisten Hermeto Pascoal aufmerksam machte, der 1996 ebenfalls einen “Kalender des Sounds” schrieb, wo dann jeder, je nach seinem Geburtsdatum, sein “ganz persönliches” Stück hatte.

 

So finden Sie Stücke in traditionellen Stilen, sehr moderne Stücke, konzeptionelle Stücke, graphische Notationen und an einigen Tagen sogar eher mehr “Unterrichtsmaterial” oder “Übekonzepte” als konkrete Stücke.

Im April 2010, nachdem ich schließlich alle 365 Stücke in den Computer geschrieben habe, veröffentlichte ich mein "Personal Realbook" mit über 600 Seiten Musik. Außerdem habe ich im Anhang noch ein paar Stücke von mir aus den Jahren 2005 - 2008 angehängt.

Am 28. April 2010 organisierte ich eine Buchpräsentation in Bregenz/Österreich. Zusammen mit befreundeten Musikern aus Vorarlberg, präsentierte ich unterschiedliche Stücke aus diesem Buch...

Für mich war es von Anfang an ein großes Ziel, eine sehr große Vielfalt an verschiedenen Stücken zu schreiben. Mittlerweile, nach dem Beenden dieses Projekts, hat sich das aber als gar nicht so leichte Aufgabe erwiesen.
Wenn man jeden Tag eine neue Idee haben soll, läuft man Gefahr, sich ständig zu wiederholen, vor allem, wenn man das Gefühl hat, nach hunderten geschriebenen Stücken schon alles gesagt zu haben.

Genau diesen Zeitpunkt habe ich aber extrem spannend gefunden. Man hat eigentlich schon alles gesagt, bzw. fühlt sich leer und ohne Ideen, aber genau dann wird man gezwungen, neue Sachen auszuprobieren und stößt immer wieder an die eigenen Grenzen. 

Zumindest subjektiv gesehen, denke ich, dass mir doch eine große Vielfalt an verschiedenen Stücken gelungen ist.